Hamburg/Berlin, 10. September 2026 – Die Sieger:innen des Ulrich Wickert Preises für Kinderrechte 2026 sind am Donnerstag bei einer Veranstaltung der Kinderrechtsorganisation Plan International in Berlin geehrt worden. Die Auszeichnung in der Sparte Deutschland/Österreich überreichte Karin Prien, Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, an Anna Kemper und Hannah Knuth für ihre ZEIT-Reportage „Missbrauch im Turnen: Wenn ich dich sehe, muss ich kotzen, obwohl du kotzen müsstest“.
Der Peter Scholl-Latour Preis 2026 für die Berichterstattung aus Krisen- und Konfliktgebieten ging an Mariel Müller für ihre TV-Dokumentation „Krieg im Sudan: Die vergessene Katastrophe“. Die Korrespondentin der Deutschen Welle nahm die Trophäe von Ulrich Wickert, dem Stifter des Journalistenpreises, entgegen.
Bundesfamilienministerin Karin Prien hielt die Eröffnungsrede der Verleihung. Sie würdigte Preisträger:innen und Nominierte: „Jedes Kind verdient es, gesehen, gehört und ernst genommen zu werden. Noch immer werden weltweit die Rechte von Kindern verletzt, oft im Verborgenen. Journalistinnen und Journalisten leisten einen unverzichtbaren Beitrag, denn sie machen Missstände sichtbar und erzählen die Geschichten von Kindern, die sonst ungehört blieben. Die UN-Kinderrechtskonvention hat die Lebenssituation von Kindern weltweit in vielerlei Hinsicht verbessert. Doch längst nicht alle Mädchen und Jungen erleben diese Fortschritte in ihrem Alltag. Umso bedeutsamer sind Menschen, die uns daran erinnern. Nur wenn Kinder sich im Leben – und etwa auch in der Schule – grundsätzlich sicher und wohlfühlen, können sie auch gut lernen. Und Bildung wiederum ist der Schlüssel zu allem im Leben junger Menschen. Und für die Gesellschaft. Ich gratuliere den ausgezeichneten Journalistinnen und Journalisten des Ulrich Wickert Preises für Kinderrechte und danke Plan International und allen, die sich für Kinderrechte einsetzen.“
Stifter und Plan-Kuratoriumsmitglied Ulrich Wickert sagte: „Journalistinnen und Journalisten, die sich für Kinderrechte einsetzen, beweisen nicht nur Zivilcourage. Sie sind auch Sprachrohr für Mädchen und Jungen, die oft nicht selbst für sich sprechen können. Medienberichte liefern unumstößliche Fakten, die nötig sind, um Unrecht zu stoppen und das Leben von Kindern zu verbessern. Sie rütteln auf und zwingen uns zum Handeln. Es braucht Mut, hinzusehen, wo andere wegschauen. Diesen unverzichtbaren Einsatz möchten wir mit dem Ulrich Wickert Preis für Kinderrechte würdigen.“
Den Preis International 2026 erhielt Catherine Tembo aus Malawi für ihre Reportage „Underaged girls caught in sex work“ (Minderjährige Mädchen verwickelt in Sexarbeit). Die Redakteurin schildert in ihrem Beitrag für die Tageszeitung „The Nation“, wie Drogen- und Alkoholmissbrauch Mädchen in ländlichen Gemeinden in die Prostitution drängt. Die 15 Moderator:innen der „Petauke Youth Bakers“ aus Sambia wurden für ihre Radiosendungen mit dem Girls LEAD Award 2026 geehrt.
Insgesamt haben 129 Journalist:innen aus zehn Ländern 99 Medienbeiträge für den Ulrich Wickert Preis für Kinderrechte 2026 eingereicht.


